Aufgrund ihres typischen Aufbaus sind Torfmoose als Gattung leicht zu erkennen. Die Bestimmung der einzelnen Arten ist dagegen deutlich schwieriger, denn die morphologische Variabilität ist bei vielen Arten sehr groß, während die Unterschiede zwischen nahe verwandten Torfmoosen teilweise nur gering ausfallen. Für eine sichere Ansprache müssen daher oft mehrere Merkmale unter dem Mikroskop überprüft werden. Mit der nötigen Erfahrung lassen sich typische Exemplare aber teilweise bereits im Gelände bestimmen.
Von weltweit rund 300 Sphagnum-Arten kommen in Deutschland nur etwa 36 vor. Ihre typischen Lebensräume sind gleichbleibend feucht bis nass und relativ nährstoffarm. Einige Arten finden sich fast ausschließlich in ombrotrophen Regenmooren, während andere in mesotrophen Niedermooren, Bruchwäldern oder an überrieselten Felsen vorkommen. Torfmoose sind daher nicht allein auf Moore beschränkt. Insbesondere im Hochmoor sind sie jedoch die Haupttorfbildner und Ökosystem-Ingenieure. Als gigantische Kohlenstoffsenke sind sie damit äußerst klimarelevant und ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Klimaschutzes.
Auf dieser Internetseite stelle ich die in Deutschland heimischen Torfmoosarten vor und führe in die Themen Ökologie und Bestimmung ein. Dabei beschreibe ich in den Artenportraits die wichtigsten Merkmale und hebe Unterschiede zwischen den Arten hervor. Auf eine umfassende Beschreibung, wie sie in der gängigen Fachliteratur zu finden ist, habe ich bewusst verzichtet. Einen besonderen Fokus lege ich auf Bilder der einzelnen Arten und ihrer mikroskopischen Merkmale. Als Bestimmungshilfe ist bisher nur eine Übersicht der makroskopischen Merkmale der Sektionen vorhanden; ein Bestimmungsschlüssel für die Arten wird aus zeitlichen Gründen wohl erst in den kommenden Jahren ergänzt.
Traditionell werden morphologisch ähnliche Torfmoosarten in „Sektionen“ eingeteilt. Aufgrund von Fortschritten in der genetischen Verwandtschaftsanalyse wird in der neueren Nomenklatur meist die Bezeichnung „Untergattung“ verwendet. Bei den heimischen Arten ergibt sich dabei nur eine größere Änderung: Die Sektion Squarrosa wird nun zur Untergattung Acutifolia gestellt. Ansonsten werden lediglich die Begriffe ausgetauscht; die Sektionen bzw. Untergattungen bleiben inhaltlich unverändert. Wie dem auch sei – ich verwende weiterhin die traditionellen Sektionen und gebe die neuere Nomenklatur in Klammern an.
Für die Bereitstellung einiger Fotos seltenerer Arten danke ich Paul Lamkowski herzlich.
