Sphagnum denticulatum

Wissenschaftl. Name:Sphagnum denticulatum Brid.
Synonyme:Sphagnum auriculatum Schimp.
Deutscher Name:Gezähntes Torfmoos, Geöhrtes Torfmoos
Bestandssituation:*mh – mäßig häufig
Rote Liste Niedersachsen:*V – Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland:*** – ungefährdet
Verbreitungskarte:Rote-Liste-Zentrum ↗ | GBIF ↗

* Koperski (2011), ** Caspari et al. (2018)

Anmerkung: Die Artnamen S. denticulatum und S. auriculatum werden in Europa aktuell uneinheitlich verwendet. So betrachtet Michaelis (2019) S. denticulatum als offiziellen wissenschaftlichen Namen, während Hodgetts et al. (2020) in der europäischen Checkliste S. auriculatum verwenden. Auf GBIF wiederum wird S. auriculatum als Synonym von S. denticulatum angegeben. Um dieses Durcheinander zu lösen, empfehlen Hassel et al. (2025) den älteren Namen S. denticulatum zu verwenden.

Habitus und Bestimmungsmerkmale

Sphagnum denticulatum ist außerordentlich vielgestaltig und plastisch; es ist mittelgroß bis sehr groß, locker oder dicht, grün, gelbbraun, kupferrot oder rotbraun, in Wasserformen oft tiefrot. Die Stammhyalodermis ist einschichtig. Die zungen- bis spatelförmigen Stammblätter sind gewöhnlich über der Basis am breitesten, groß bis sehr groß (>1,2 mm) und in der oberen Hälfte oder bis zur Basis reich an Fibrillen. Die Faszikel bestehen aus 3–4 Ästen. Die oberen Äste sind oft hornförmig gedreht, was der Pflanze den Namen „Kuhhornmoos“ eingetragen hat. Die Astblätter sind breit-eiförmig und ebenfalls groß bis sehr groß, mit zahlreichen beringten Poren entlang der Kommissuren auf der konvexen Seite.

Von S. inundatum trennen die größeren Stammblätter, die über der Basis am breitesten sind und meist mehr Fibrillen aufweisen sowie die gewöhnlich stärker gedrehten Äste. Außerdem haben die Faszikel oft nur 3 Äste. Von S. platyphyllum unterscheiden die deutlich kleineren Stammblätter und die einschichtige Hyalodermis. Teilweise sind aber auch bei S. denticulatum sehr große Stammblätter vorhanden und auch die Hyalodermis kann abschnittsweise zweischichtig sein. Die Merkmale variieren stark mit den wechselnden Standortbedingungen; die Pflanzen sind aber insgesamt größer und kräftiger als S. platyphyllum.

Ökologie und Verbreitung

S. denticulatum besiedelt ein breites Spektrum nasser, oligo- bis mesotropher, auch eutropher Habitate; häufig wächst es untergetaucht in Moor-Schlenken und Gräben, an See- und Bachrändern, an Quellen, in periodisch überfluteten Hohlflächen und im Spritzwasser von Wasserfällen. Die Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im atlantischen Europa. In Deutschland ist S. denticulatum verbreitet und ungefährdet.

Bilder von Sphagnum denticulatum

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