Sphagnum contortum
| Wissenschaftl. Name: | Sphagnum contortum Schultz |
| Synonyme: | – |
| Deutscher Name: | Gedrehtes Torfmoos |
| Bestandssituation:* | es – extrem selten |
| Rote Liste Niedersachsen:* | 1 – vom Aussterben bedroht |
| Rote Liste Deutschland:** | 2 – stark gefährdet |
| Verbreitungskarte: | Rote-Liste-Zentrum ↗ | GBIF ↗ |

Habitus und Bestimmungsmerkmale
Sphagnum contortum ist ein eher kleines bis mittelgroßes Torfmoos, das S. subsecundum ähnelt; es ist grün, gelblich-bräunlich, ocker bis gold-braun und bildet lockere Rasen. Das Schlüsselmerkmal ist die zwei- bis dreischichtige Stammhyalodermis. Der Stamm ist grün bis hellbraun; niemals dunkelbraun. Die dreieckig-zungenförmigen Stammblätter sind kürzer als die Astblätter oder gleich groß und im oberen Drittel meist faserig. Die Spitze ist abgerundet und in der Mitte gezähnelt oder etwas ausgefranst. Die Astblätter sind oft bis zur Basis eingebogen und einseitswendig. Die Hyalocyten weisen auf der konvexen Seite zahlreiche sehr kleine Poren entlang der Kommissuren auf.
Von S. subsecundum trennen die zwei- bis dreischichtige Hyalodermis und der hellere Stamm. Von S. platyphyllum unterscheiden die kleineren, dreieckig-zungenförmigen Stammblätter und die lanzettlichen, einseitswendigen Astblätter, von S. denticulatum und S. inundatum die mehrschichtige Hyalodermis.
Ökologie und Verbreitung
S. contortum besiedelt basen- und elektrolytreiche Niedermoore, Quellfluren und Reichmoore sowie offene gemischte Flachmoore bis hin zu dichten Schilf- und Seggensümpfen; teils wächst es flutend oder knapp über dem Wasserspiegel. Als Basenzeiger wächst es oft mit S. teres und S. warnstorfii zusammen. Die Art ist zirkumpolar verbreitet und in Mittel- und Nordwesteuropa zerstreut; in den Alpen steigt sie bis 2.000 m. In Deutschland ist S. contortum sehr selten und stark gefährdet; der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Alpenvorland.




