Sphagnum divinum
| Wissenschaftl. Name: | Sphagnum divinum Flatberg & K. Hassel |
| Synonyme: | Sphagnum magellanicum |
| Deutscher Name: | Göttliches Torfmoos |
| Bestandssituation:* | mh – mäßig häufig |
| Rote Liste Niedersachsen:* | 3 – gefährdet |
| Rote Liste Deutschland:** | – |
| Verbreitungskarte: | Rote-Liste-Zentrum ↗ | GBIF ↗ |
* Koperski (2011) für S. magellanicum, ** Caspari et al. (2018)
Anmerkung: In Europa wurde S. magellanicum in die Arten S. divinum und S. medium aufgespalten (Hassel et al. 2018). Seither ist eine sichere Ansprache schwierig, da aufgrund der hohen Variabilität beider Arten zuverlässige Merkmale fehlen. In der Kartierpraxis sei daher die Verwendung von S. magellanicum agg. empfohlen. Auf dieser Seite habe ich dennoch beide Arten getrennt und versucht typische Exemplare darzustellen.

Habitus und Bestimmungsmerkmale
Sphagnum divinum wurde erst 2018 als eigene Art beschrieben und ist in den älteren Werken daher nicht enthalten; zusammen mit S. medium wurde die Art früher zu S. magellanicum gestellt. Die folgenden Merkmale beziehen sich überwiegend auf Angaben von Hassel et al. (2018). Leider lassen sich diese Merkmale vielfach nicht zufriedenstellend reproduzieren, weshalb eine sichere Bestimmung schwierig ist.
S. divinum ist wie S. medium eine robuste, rot gefärbte Art, doch variiert die Köpfchenfarbe stark mit den Lichtverhältnissen: von purpur- bis weinrot, oft grün gefleckt an exponierten Standorten bis vollständig grün in schattigen Moorwäldern. Auch die Stammsklerodermis wechselt von dunkelrotbraun bis braun-purpurn an offenen zu blass rötlich-grünlich an schattigen Standorten. Die abstehenden Äste sind schlank-zylindrisch, lang (etwa 10–20 mm) und schmal-allmählich zugespitzt; die Blätter sind dicht dachziegelig bis nur wenig abstehend (<45°) und meist nicht gereiht. Im Astblattquerschnitt sind die Chlorocyten dünnwandiger und beidseits gut eingeschlossen; die Poren am basalen Blattende auf der konvexen Seite sind gewöhnlich kleiner als eine halbe Zellbreite.
Da Farbe und Wuchsform stark plastisch sind, beruht die zuverlässigere Abgrenzung von S. medium auf mikroskopischen Merkmalen: dünnwandige Chlorocyten und die kleinen basalen Astblattporen. In der Praxis eignen sich Habitus und Wuchsort aber relativ gut, um beide Arten grob zu trennen.
Ökologie und Verbreitung
S. divinum besitzt eine deutlich breitere Standortamplitude als S. medium. Es ist in erster Linie eine Art der Moorränder und Moorwälder, wächst überwiegend in bultdominierter Vegetation und reicht von ombrotroph-oligotroph bis mesotroph; es kommt auch in feuchteren Rasen und Decken mesotropher Moore, an Bächen, Sümpfen und Seeufern vor. In offenen, ausgedehnten Hochmoorweiten wurde S. divinum dagegen nicht in Rasen und Decken gefunden, sondern nur gelegentlich in Bulten – gerade dort kann es mit S. medium gemeinsam vorkommen. Zu den typischen Begleitarten zählen S. angustifolium, S. russowii und S. capillifolium.
S. divinum ist zirkumpolar um die gesamte Nordhalbkugel verbreitet. Zwischenzeitlich wurden mit S. diabolicum und S. magniae zwei weitere Arten innerhalb des S. magellanicum-Komplexes für Nordamerika beschrieben (Shaw et al. 2023).
Bilder von Sphagnum divinum
















